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Was ist eine Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente (auch Basis-Rente genannt) ist eine vom Staat geförderte Altersvorsorge. Eine spezielle Form der gesetzlichen Rente, die sich insbesondere an Selbstständige richtet. Namensgeber ist der Ökonom Bert Rürup, der die Bundesregierung 2005 beriet. Diese steuerlich begünstigte Form der Vorsorge wurde in Deutschland als weitere private Altersvorsorge einführte und trat damit neben die betriebliche Altersversorgung und die Riester-Rente.

Die Rürup Rente richtet sich in erster Linie an Selbstständige ohne Versicherungspflicht. Dies ist für sie oftmals die einzige Form steuerbegünstigt für das Alter vorzusorgen. Sie kann aber auch von gesetzlich Versicherten zusätzlich genutzt werden.
Diese Art der Altersvorsorge ist eine private, kapitalgedeckte Rentenversicherung, im Gegensatz zur gesetzlichen, umlagefinanzierten Rente. Sie ist freiwillig.

Wie funktioniert die Rürup-Rente?

Wie auch bei der Riester-Rente gibt es bestimmte gesetzliche Vorschriften für diese Basis-Rentenversicherung:

  • gesetzlich definierte Kriterien für die Vertragsgestaltung,
  • staatliche Förderung im Rahmen des Sonderausgabenabzugs der Beiträge während des Erwerbslebens,
  • nachgelagerte Besteuerung der Rentenleistungen.

Anforderungen an die Vertragsgestaltung der Rürup-Rente

Im Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) gibt es festgelegte Anforderungen für die Verträge zur Rürup-Rente, damit sie auch steuerlich geltend gemacht werden können.
Im Gesetzestext sind folgende Kriterien für die Rürup-Rente formuliert:

  • Zahlung einer lebenslangen Leibrente.
  • In der Leistungsphase dürfen nur monatliche Zahlungen vorgesehen sein, dies gilt auch für Zusatzversicherungen
  • Rentenbeginn bei einem Vertragsabschluss vor dem 1. Januar 2012 nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres
  • Rentenbeginn bei einem Vertragsabschluss nach dem 1. Januar 2012 nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres
  • Die Leibrente muss auf den Steuerpflichtigen bezogen sein.
  • Die Ansprüche aus dem Vertrag dürfen nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar, nicht verpfändbar und nicht kapitalisierbar sein und es darf kein Anspruch auf Auszahlung geben.

Wie wird Rürup staatlich gefördert?

Vom Sparer werden im Laufe des Jahres Beiträge (bis zu einem jährlichen Höchstbetrag) in einen Rürup Vertrag angelegt. Als staatliche Förderung kann der Sparer diese Altersvorsorgebeiträge
beim Finanzamt in der Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben geltend machen. In der steuerlichen Behandlung der Basisrente unterscheiden wir zwei Phasen.
Die Ansparphase und die Rentenphase.
Hier steht der steigenden steuerlichen Absetzbarkeit (lt. unten stehender Tabelle) in der Ansparphase die steigende steuerliche „nachgelagerte Besteuerung“ der Renten in der Rentenphase gegenüber.

Ansparphase

In der Ansparphase können für 2018 Beiträge zur Rürup-Rente bis zur gesetzlichen Höchstgrenze von jährlich 23.712 Euro bei Ledigen und 47.784,- Euro bei Verheirateten geleistet werden. Diese können im Rahmen der Höchstbeträge als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Exkurs:
Bis 2014 lag diese Grenze konstant bei 20.000/40.000 €. Die Grenze ist seit dem 01.01.2015 erstmals an den Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt. Die Faktoren zur jährlichen Berechnung sind der Beitragssatz i. H. v. 24,7% in 2018 und der dazugehörigen Beitragsbemessungsgrenze i. H. v: 96.000 Euro/Jahr in 2018. (96.000 x 24,7% = 23.712,-€)

Höchstbeträge

Bei Einführung der Basisrente im Jahr 2005 betrug der als Sonderausgaben abzugsfähige Höchstbetrag 60 % der entrichteten Beiträge. Seitdem steigt der Prozentsatz jährlich in 2 %-Schritten an (§ 10 EStG) und erreicht letztlich 2025 100 % des aufgebrachten Beitrags.

Beispiel 1:
Ein Selbständiger zahlt in 2015 10.000,-€ Beitrag in einen Rürup-Vertrag. Lt. Tabelle können davon 80% steuermindernd als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Es wirken also in 2015 8.000,-€ steuermindernd.

Beispiel 2:
Die maximale, steuerbegünstigte Einzahlung für 2018 kann 23.712,-€ betragen. Hiervon 86% macht einen möglichen steuermindernd wirksamen Betrag i.H.v. 20.392,32€.

Rentenphase

Die monatlichen Renten aus der Rürup-Rente sind bis 2040 begrenzt steuerpflichtig. Der steuerfreie Anteil wird bei Eintritt in die Rentenphase festgelegt und als fester Betrag in Euro lebenslang festgeschrieben. Je später der Rentenbeginn desto höher ist der zu versteuernde Prozentsatz der Rente.

Bis 2020 steigt dieser von 50% in 2%-Schritten auf 80% dann weiter in 1%-Schritten auf 100% in 2040. Ab 2040 sind die Leistungen für erstmals ausgezahlte Rürup-Renten dauerhaft voll zu versteuern. Alle folgenden Rentenerhöhungen nach dem Jahr des Rentenbeginns werden zudem mit 100 % besteuert (§ 22 Nr. 1 Tabelle aa) EStG).

Rentenphase: Steuerpflichtiger Teil im ersten Jahr des Rentenbezugs sowie maßgeblicher Prozentsatz zur Berechnung des auf Dauer festgelegten steuerfreien Rentenanteils.

Beispiel:
Im Jahr 2015 erstmals ausgezahlte Basisrente: Der steuerpflichtige Prozentsatz für 2015 zur Berechnung des steuerpflichtigen Anteils ist 70 %. Beträgt also die volle Jahresrente im Jahr 2016 z. B. 10.000 €, so sind hiervon 7.000 € steuerpflichtig. 3.000 € werden lebenslang ab 2016 als steuerfreier Betrag in Euro festgeschrieben.

Rentenerhöhung: Steigt die Rente nach dem Jahr des Rentenbeginns beispielsweise auf 11.000 €, so bleibt der steuerfreie Betrag auf 3000 €. Zu versteuern sind jetzt 8000 €. Die zusätzlichen 1000 € sind voll zu versteuern.

Rürup-Rente und ALG II, Pfändungs- sowie Insolvenzschutz

Bei allen staatlich geförderten Verträgen wie Rürup, Riester und betrieblicher Altersversorgung wird der Wert des Vertrages auf das ALG II nicht angerechnet. Eine Rürup-Rente ist während der Ansparzeit unpfändbar. Rentenzahlungen hingegen können grundsätzlich oberhalb des pfändungsfreien Teils gepfändet werden.
In der Leistungsphase besteht Pfändungsschutz innerhalb der Pfändungsfreigrenzen, dies gilt für den Insolvenzschutz.

Leistung im Todesfall

In der Ansparphase
Eine Rürup-Rente kann nicht vererbt werden, d. h. im Todesfall verfällt das Vermögen wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung an die Versichertengemeinschaft.

In der Rentenphase
Verstirbt der Sparer kurz nach Rentenantritt, so verfällt das eingezahlte Kapital, das rechnerisch noch nicht durch Rentenzahlungen ausbezahlt wurde, es sei denn, dass eine Rentengarantiezeit vereinbart wurde.

Was ist wenn man die Beiträge nicht mehr zahlen kann?

Bei Zahlungsschwierigkeiten ist in der Regel eine Beitragsfreistellung der einzige Weg. Der Vertrag kann nicht gekündigt werden. Das bisher angesparte Kapital bleibt erhalten und wird weiter verzinst. Die Beitragszahlung wird für eine gewisse Zeit ausgesetzt und kann zu gegebener Zeit weitergeführt werden.

Abschließend noch ein wichtiger, rechtlicher Hinweis:

Eine detaillierte Rentenberechnung / Steuerberatung unter Berücksichtigung aller Aspekte wie Freibeträge, Werbungskostenpauschale, Sonderausgabenpauschale, Vorsorgeaufwendungen und Grundfreibetrag sollte ein anerkannter Steuerberater durchführen. Dies würde den Rahmen dieser Abhandlung übersteigen und darf an dieser Stelle nicht geleistet werden.

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