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Was ist die Riesterrente?

Die Riester Rente gehört zur privaten, zusätzlichen und geförderten Altersvorsorge. Sie ist u.a. zentrales Element der Rentenreform 2001 und im Altersvermögensgesetz (AVmG) sowie in den §§ 10a, 79 ff. Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt. Hier handelt es sich um eine staatlich geförderte privat finanzierte Rente, benannt nach dem damaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Walter Riester. Kerngedanke zur Einführung dieser Riester-Rente war u.a. einen Ausgleich zu schaffen für die Absenkung des allgemeinen Rentenniveaus der gesetzlichen Rente(GRV) im Rahmen der Rentenreform 2001. Die bislang ausschließlich umlagefinanzierte Rentenfinanzierung wurde so teilweise durch eine kapitalgedeckte Variante ersetzt, denn bei der Riester-Rente wird ein Kapital gebildet, also kapitalgedeckt. Im Gegensatz dazu ist die gesetzliche Rentenversicherung umlagefinanziert.
Die Teilnahme an der Riester-Rente ist freiwillig, auch über die Anlageform kann frei entschieden werden.

Wie funktioniert die Riester Rente? Grundzüge der Riester Rente.

Monatlich wird vom Sparer ein bestimmter Betrag in einen Riester Vertrag angelegt. Dafür erhält der Sparer staatliche Zuschüsse und Steuervorteile bis zu einem förderfähigen Höchstbeitrag von jährlich maximal 2.100,-€ abzgl. Zulagen. Der Staat gibt eine Grundzulage pro Sparer sowie eine Extrazulage für jedes kindergeldberechtigte Kind. Die Höchstzulagen gibt es, wenn der Förderberechtigte 4% der beitragspflichtigen Einnahmen des Vorjahres als Eigenbeitrag aufwendet. Dieser Eigenbeitrag kann um die Summe der Zulagen vermindert werden.
Daneben können Altersvorsorgebeiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Was ist die Zertifizierung der Riester Rente?

Wer die staatliche Förderung in Anspruch nehmen will muss sich für ein Produkt entscheiden, das die Förderkriterien erfüllt. Mit einer Zertifizierung bestätigt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dass ein privater Altersvorsorgevertrag die gesetzlichen Voraussetzungen für die Förderung erfüllt. Dies ist kein wirtschaftliches Gütesiegel, es gibt erhebliche Unterschiede am Markt. Ein Anbieter muss unterschiedliche Zertifizierungsvoraussetzungen erfüllen. U.a. gehören dazu:

  • Mit Beginn der Auszahlungsphase muss mindestens die Summe der eingezahlten Beiträge incl. staatlicher Zulagen garantiert werden.
  • Die Leistung muss als lebenslange Rentenzahlung erfolgen.
  • Die Leistungen dürfen frühestens ab dem 60. Lebensjahr erbracht werden.
  • Bei Vertragsabschlüssen ab 2012 gilt das 62. Lebensjahr.
  • Die Abschluss- und Vertriebskosten müssen auf mindestens fünf Jahre verteilt werden.
  • Es besteht eine weitreichende Informations- und Offenlegungspflichten des Anbieters z.B. über die Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten, über den Stand des Altersvorsorgevermögens usw.
  • Eine vierteljährliche Kündigungs- oder Beitragsfreistellungsmöglichkeit muss vorhanden sein.
  • Es muss eine laufende Beitragszahlung erfolgen.

Welche Personen sind zulageberechtigt in der Riester Rente?

Dieser Personenkreis wird unterschieden in unmittelbar und mittelbar zulageberechtigte Personen
Grundsätzlich haben Anspruch auf Altersvorsorgezulage nachfolgend genannte, rentenversicherungspflichtige Personen (§ 10a EStG), wenn sie der unbeschränkten Steuerpflicht unterliegen.

Was sind unmittelbar zulageberechtigte Personen in der Riester Rente?

  • rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer,
  • rentenversicherungspflichtige Selbstständige z.B. Handwerker in den ersten 18 Jahren ihrer Selbständigkeit.
  • In der Künstlersozialkasse versicherte Künstler
  • Pflichtversicherte Landwirte
  • Bezieher von Arbeitslosengeld und ALG-II-Empfänger
  • Bezieher von Krankengeld,
  • Pflegepersonen z.B. bei Pflege von Angehörigen im Haushalt,
  • Wehr- und Zivildienstleistende,
  • geringfügig Beschäftigte, wenn sie einen eigenen Beitrag zur Rentenversicherung zahlen. Sogenannte „Aufstocker“ mit einem eigenen Renten-Beitragsanteil,
  • Bezieher von Vorruhestandsgeld, sofern diese zuvor pflichtversichert waren,
  • Amtsträger, Beamte, Richter und Soldaten sowie diesen gleichgestellte Personen, unter bestimmten Bedingungen,
  • vollständig Erwerbsgeminderte oder Dienstunfähige
  • Kindererziehende, die Kindererziehungszeiten beantragt haben

Was sind mittelbar zulageberechtigte Personen in der Riester Rente?

Ehe- oder Lebenspartner von unmittelbar Zulageberechtigten erhalten ebenfalls Zulagen und sind mittelbar zulageberechtigt, wenn sie in einen eigenen Altersvorsorgevertrag mindestens 60 Euro Sockelbeitrag pro Kalenderjahr einzahlen.
Bereits bei der Zulagen-Beantragung mittels Dauerzulagenantrag wird diese Unterscheidung getroffen.

Wer erhält keine Riester Förderung?

  • nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige,
  • Pflichtversicherte in berufsständischen Versorgungseinrichtungen,
  • Geringfügig Beschäftigte (450-Euro-Job), die den Beitrag des Arbeitgebers an die gesetzliche Rentenversicherung nicht aufstocken.(Aufstocker)
  • Altersrentner,
  • Studenten, die nicht rentenversicherungspflichtig sind.

Sind Ehepartner förderfähig?

Wen ein Ehepartner unmittelbar förderfähig ist und der andere normalerweise keine Förderung erhielte, ist dieser jedoch mittelbare förderfähig, wenn er in einen eigenen Altersvorsorgevertrag mindestens 60 Euro Sockelbeitrag pro Kalenderjahr einzahlt.

Wie wird Riester staatlich gefördert?

Die Förderung besteht aus einer

  • Grundzulage pro Versicherungsnehmer zuzüglich einer
  • Kinderzulage pro kindergeldberechtigtem Kind sowie einem
  • Sonderausgabenabzug gemäß § 10a EStG.

Um die volle Zulage zu erhalten ist der Mindesteigenbeitrag einzuzahlen.
Liegt die Beitragszahlung unter dem Mindesteigenbeitrag schmälert sich die Zulage im Verhältnis der geleisteten Beiträge zum Mindesteigenbeitrag. Der Sonderausgabenabzug der Beiträge einschließlich Zulage erfolgt, wenn die Steuerersparnis aus dem Sonderausgabenabzug den Zulagenanspruch übersteigt.

Wie hoch ist der Sparbeitrag für eine volle Zulage?

Der Sparbeitrag zur Erlangung einer ungekürzten Zulage beträgt derzeit 4 % der rentenversicherungspflichtigen Einnahmen des Vorjahres abzüglich Zulagenanspruch. Die Anpassung des Mindesteigenbetrages muss der Sparer selbst veranlassen.

Was ist der Sockelbeitrag?

Der Sockelbeitrag ist der Beitrag, der mindestens geleistet werden muss, um überhaupt eine Zulage zu erhalten. Dieser liegt seit 2005 bei jährlich 60,-€. Wie oben genannt ist dieser bei mittelbar förderfähigen Ehepartnern mindestens fällig.

Was ist der Sonderausgabenabzug / Günstigerprüfung?

Zusätzlich kann ein Abzug bei den Sonderabgaben(§ 10a EStG) für geleistete Beiträge und Zulagen in der Einkommensteuererklärung vorgenommen werden. Durch die Sonderausgaben ergibt sich eine Steuerersparnis von dieser dann der Anspruch auf Zulagen abgezogen wird. Diese Günstigerprüfung durch das Finanzamt hat das Ziel auf jeden Fall eine Steuerfreistellung der Beiträge zu erreichen.
Für diesen Sonderausgabenabzug gilt die maximal ansetzbare Höhe von 2100,-€ ab 2008, Altersvorsorgebeiträge = Eigenbeiträge plus Zulagen.

Die Höhe der Zulagen

Die seit 2008 gültigen Summen für die oben genannte Altersvorsorgezulage. Zusammengesetzt aus der Grundzulage und Kinderzulage(n).

  • Grundzulage pro Person: 175,- €
  • Kinderzulage pro kindergeldberechtigtem Kind: 185,- €
  • Kinderzulage, für Kinder ab 2008 geboren: 300,- €

Anspruch auf die Kinderzulage besteht für Kinder, die im Kalenderjahr mindestens einen Monat lang Anrecht auf Kindergeld hatten.

Beispiel einer Zulagen- und Beitragsberechnung:

Situation:
Ehepaar, 2 Kinder (2002 und 2009 geboren)
Rentenversicherungspflichtiges Einkommen: 40.000,-
Beide haben einen Riester-Vertrag.

Berechnung:
Sparbeitrag = 4% von 40.000 = 1.600,-
- Grundzulagen = 2 x 175,- = 350,-
- Kinderzulagen = 185,- + 300,- = 485,-
Verbleibender, eigener Sparbeitrag
(1.600 - 350 - 485 = 765)
-jährlich = 765,-
-monatlich rd. 64,-

Fazit: Um die volle staatl. Förderung zu erhalten sollte diese Beispiel-Familie monatlich 64,- Eigensparbeitrag aufbringen. Dadurch werden insgesamt 835,-€ Zulagen generiert, was zu einem gesamten Altersvorsorgebeitrag in Höhe von 1600,-€ führt(=4% des RV-pflichtigen Einkommens).

Was ist der Berufsanfänger-Bonus?

Junge Sparer unter 25 Jahren erhalten bei Vertragsabschluss einen Berufsanfänger-Bonus(§ 84 EStG) von einmalig 200 EUR zusätzlich zur Grundzulage. Wird die Grundzulage wegen Nichterreichung der Mindesteigenbeitrags nicht erreicht, wird auch der Bonus in gleicher Weise gekürzt. Diese Regelung gilt erstmalig ab 2007.

Wie werden die Zulagen beantragt?

Damit die staatlichen Zulagen für die Riester-Rente nicht verloren gehen, müssen diese regelmäßig beantragt werden. Beim Abschluss einer Riester-Rente sollte daher gleich ein Dauerzulagenantrag einreicht werden. Damit muss ein solcher Antrag für die Riester Zulagen nur einmal gestellt werden, der Versicherer macht den Rest. Damit wird gleichzeitig eine Voraussetzung für einen Pfändungsschutz einer Riester-Rente erfüllt.

Anrechenbarkeit auf ALG II?

Gelder eines Riester-Vertrages brauchen bei der Anrechnung von Vermögen auf ALG II nicht berücksichtigt werden. Gesetzliche Grundlage für die Vermögensanrechnung ist § 12 SGB II. Grundsätzlich sollte bei solchen Fragen aber anwaltliche Hilfe hinzu gezogen werden.

Wechsel des Anbieters

Ein Wechsel des Anbieters unter Mitnahme des angesparten Kapitals ist möglich. Das ist in der Regel mit Kosten verbunden. Der abgebende Anbieter berechnet Gebühren, diese variieren von Anbieter zu Anbieter. Die Kosten werden vom übertragenen Kapital einbehalten.

Was tun, bei Zahlungsschwierigkeiten?

Wer nicht mehr einzahlen kann, der sollte nicht gleich kündigen, dies wäre die schlechteste Alternative. In der Regel ist die Beitragsfreistellung der günstigere Weg. Das bisher angesparte Kapital bleibt erhalten, incl. Zulagen, und wird weiter verzinst. Die Beitragszahlung wird für eine gewisse Zeit ausgesetzt und kann zu gegebener Zeit weitergeführt werden. Im Falle einer Kündigung müssen alle bisher erhaltenen Vergünstigungen und Zulagen zurückgezahlt werden. Dazu kommen auch noch Verwaltungsgebühren und Stornokosten.

Was ist eine schädliche Verwendung?

Zulagen und Steuervorteile sind zurückzuzahlen, bei

  • Kündigung des Riester-Vertrages, es sei denn, das vorhandene Kapital wird auf einen anderen Vertrag übertragen oder für eine selbst genutzte Wohnung (§ 92a EStG) verwendet.
  • Tod des Sparers vor Rentenbeginn wenn das vollständige Vertragsguthaben des Verstorbenen nicht an den Ehepartner übertragen wird.
  • Verwendung der Mittel vor der planmäßigen Auszahlungsphase (Ausnahme: Verwendung für die selbst genutzte Wohnung im Sinne des § 92a EStG)
  • Beendigung der unbeschränkten Einkommensteuerpflicht in Deutschland.

Bei Beitragsfreistellung des Vertrages ohne Auszahlung des Guthabens muss die Förderung nicht zurückgezahlt werden.

Rentenzahlung, Steuern und Sozialabgaben

Die Renten aus geförderten Riester-Verträgen unterliegen der nachgelagerten Besteuerung und sind in voller Höhe zu versteuern.
Sozialversicherungsbeiträge werden aus Leistungen der Riester-Rente bei Pflichtversicherten nicht erhoben.
Haben Rentner eine zu niedrige gesetzliche Rente, sodass sie auf die Grundsicherung angewiesen sind, wird die Riester-Rente nicht, wie bisher, komplett auf die Sozialleistung angerechnet. Von Altersarmut bedrohten Rentnern wird von der Riester-Rente künftig monatlich ein Grundfreibetrag von 100 Euro gewährt. Auszahlungen über diesem Betrag werden teilweise angerechnet.

 

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