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Geschichte

Mit der Verabschiedung des „Gesetzes, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung“ am 22. Juni 1889 durch den Reichstag(1871–1918) wurde zum 1. Januar 1891 die Rentenversicherung der Arbeiter (RV) eingeführt. Ab dem 70. Lebensjahr war eine Altersrente vorgesehen, ebenso eine Invalidenrente bei Erwerbsunfähigkeit. Im Jahr 1916 wurde die Altersgrenze auf 65 Jahre herabgesetzt.

Für die Zahlung einer Altersrente waren mindestens 30 Jahre Beitragszahlung notwendig.

Vor der Einführung der Altersrente(1891) hatte Otto von Bismarck bereits die Regelungen zur Krankenversicherung (1883) und der Unfallversicherung (1884) als weitere Zweige der Sozialversicherung betrieben. Weitere umfassende Neuordnungen geschahen mit der Reichsversicherungsordnung vom 9. Juni 1911, hier wurden weitere Regelungen zur Rentenversicherung der Arbeiter getroffen und die Hinterbliebenenrenten wurden eingeführt. Mit dem Gesetz vom 20. Dezember 1911 wurde eine eigenständige Rentenversicherung für Angestellte verabschiedet.

Hier ein kleiner Abriss zur historischen Entwicklung unseres Sozialsystems:

  • 1883 Krankenversicherung
  • 1884 Unfallversicherung
  • 1891 gesetzliche Rentenversicherung (ursprünglich Invaliditäts- und Altersversicherung)
  • 1911 Angestelltenversicherung (1924 als Gesetz neu verfasst)
  • 1927 Arbeitslosenversicherung
  • 1957 Rentenreform: Einführung der dynamischen Rente
  • 1983 Künstlersozialversicherung
  • 1995 Pflegeversicherung (der Krankenversicherung angegliedert)

Beitragsentwicklung

Der erste Beitragssatz bei Einführung der Rentenversicherung im Jahre 1891 betrug insgesamt 1,7 %. Finanziert wurde dies zu je einem Drittel von den Arbeitnehmern, den Arbeitgebern und vom Staat. Der Arbeitnehmer musste also einen Arbeitnehmeranteil i.H.v. 0,567 % abführen. Heutzutage wird der Beitrag zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen.

Die Beitragsentwicklung der vergangenen Jahre ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:
1.2.1-hist.-Beitragssatz-GRV-2019

Was ist Umlagefinanzierung?

Der Übergang zur, heute noch, herrschenden Umlagefinanzierung erfolgte erst mit der Rentenreform 1957 durch den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer. Es werden keine Rücklagen gebildet, die Leistungen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden zur sofortigen Rentenzahlung verwendet.

So konnte 1957 eine sofortige, deutliche Rentenerhöhung und fortan eine dynamische Anpassung der Rentenhöhe an die Bruttolohnentwicklung durchgeführt werden. Die wesentlichen Argumente Adenauers dafür waren die sofortigen Rentenzahlungen, es wurde kein Kapitalvermögen benötigt, das durch Kriege oder Wirtschaftskrisen vernichtet werden könnte, ein Ansparen von Kapital im gesamtvolkswirtschaftlichen Maßstab hielt er ohnehin nicht für möglich. Mit diesen und weiteren Argumenten konnte sich Adenauer gegen Bedenken u.a. von Wirtschaftsminister Ludwig Erhard durchsetzen.

Da keine Rücklagen gebildet werden, setzt dieses Verfahren auch die Existenz einer nachfolgenden Generation (Generationenvertrag) voraus, deren Angehörige versicherungspflichtig tätig sind und ausreichend Beiträge zahlen. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, langsam wachsender Arbeitsentgelte und schrumpfender Erwerbstätigenzahlen sowie längerer Lebenserwartung, kommt ein solches System leicht an die finanziellen Grenzen. Arbeitnehmer mit höherem Arbeitseinkommen zahlen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze(BBG). Selbstständige und Beamte unterliegen nicht der Beitragspflicht.

Der demografische Wandel einfach erklärt

Die derzeitige Bevölkerungsentwicklung hinterlässt Spuren in der Beitragsentwicklung und der Finanzierung der Altersvorsorge. Die sogenannte Überalterung bzw. Unterjüngung führt dazu, dass immer mehr Rentenempfänger immer weniger Beitragszahlern gegenüberstehen. Es müssen also immer weniger Arbeitnehmer für immer mehr Rentenempfänger aufkommen. Dieser Entwicklung versucht der Gesetzgeber durch geeignete Maßnahmen entgegen zu wirken.

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